Woran erkenne ich gute Nachhilfe?

8 Eigenschaften einer perfekten Nachhilfeschule

Ihr Kind hat seit längerer Zeit Schwierigkeiten in ein oder mehreren Schulfächern. Es lernt kaum noch, geht ungern zur Schule und kommt mit Aussagen wie «Ich hasse Mathe» nach Hause. Sie haben sich nun dazu entschlossen, Ihr Kind mit professioneller Nachhilfe zu unterstützen. Doch welche Nachhilfeschule soll es werden? Bei dieser riesen Auswahl ist das eine schwierige Entscheidung. Diese 8 Eigenschaften helfen Ihnen, die Professionalität einer Nachhilfeeinrichtung zu erkennen:

1. Transparenz bei den Preisen und der Leistung

Die Nachhilfeschule muss auf allen Ebenen transparent sein. Sie sollten genau wissen, welche Leistung Sie für welche Preise erhalten. Wie lange dauert eine Lerneinheit? Handelt es sich um Einzel- oder Gruppennachhilfe? Sind Unterrichtsmaterialien im Preis enthalten? Ausserdem ist es wichtig zu erfahren, welchen Hintergrund die Lehrpersonen an der Schule haben. Sind sie ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer? Haben sie das Unterrichtsfach studiert? Haben sie Erfahrungen im Umgang mit Kindern? Die Frage der Transparenz bezieht sich aber auch auf die vermittelten Lerninhalte. Sie sollten genau wissen, welche Themen im Nachhilfeunterricht behandelt wurden, damit Sie den Überblick behalten. Achten Sie also auf ein transparentes Leistungsangebot!

 

2. Orientierung am Lehrplan

Die Professionalität einer Lehrperson erkennen Sie auch daran, dass sie mit den Lerninhalten vertraut ist. Die Themen und Kompetenzen, die in einer Klassenstufe gelernt und erwartet werden, sind im Lehrplan festgehalten. Auch die Unterrichtsmaterialien aus der Schule greifen die Inhalte aus dem Lehrplan auf. Welche Lehrmittel zugelassen und obligatorisch sind, können Sie der Homepage des Volksschulamtes entnehmen. Für Zürich gilt: https://vsa.zh.ch/internet/bildungsdirektion/vsa/de/schulbetrieb_und_unterricht/lehrmittel_ab2018_19.html

Überprüfen Sie, ob die Nachhilfe an den aktuellen Lehrplan angepasst ist.

 

3. Geeignete Lehrpersonen

Letztendlich entscheiden nicht die Zertifikate der Lehrperson, wie gut sie Ihrem Kind Lerninhalte vermitteln kann. Wichtig ist, dass der Lehrer oder die Lehrerin bei Ihrem Kind wieder Freude am Lernen und Motivation für das Fach wecken kann. Die viel zitierte Studie des berühmten Bildungsforschers John Hattie zeigt, dass die Rolle der Lehrperson den grössten Effekt auf das Lernverhalten eines Kindes hat. Ohne Respekt und Wertschätzung, Fürsorge und Vertrauen kann Lernen nicht gelingen. Das richtige Menschenbild und die richtige Haltung jungen Menschen gegenüber werden nicht (nur) an der Pädagogischen Hochschule vermittelt, sondern sind Eigenschaften, die sich die Lehrpersonen durch Praxiserfahrungen und eine gesunde Lebenseinstellung aneignen. Achten Sie also nicht (nur) auf Zertifikate!

 

4. Arbeit nach pädagogischem Konzept

Jede pädagogische Einrichtung sollte ein Konzept haben, nach dem sie arbeitet. Nur anhand eines Konzeptes kann die pädagogische Arbeit evaluiert und wirkungsorientiertes Handeln ermöglicht werden. Nicht jedes Konzept passt zu Ihnen und Ihrem Kind. Suchen Sie also eine Schule nach Kriterien aus, die für Sie essentiell sind. Zum Beispiel ist es vielen Eltern wichtig, dass ihre Kinder individuell betreut werden und gleichzeitig auch die Möglichkeit haben, in Gruppen zu lernen. Eine Balance aus individueller Lernbegleitung und kooperativen Lernformen scheint für viele Schülerinnen und Schüler das Richtige zu sein. Was versteht Ihre Nachhilfeschule unter dem Begriff «lernen» ist die entscheidende Frage, die Sie zu Beginn stellen sollten.

 

5. Was sagt Ihr Kind?

Der beste Gradmesser für die Qualität einer Nachhilfeinstitution ist immer noch Ihr Kind. Wie Ihr Kind am besten lernen kann, was es motiviert und ob es sich von der Lehrperson verstanden fühlt, weiss Ihr Kind am besten. Bevor Sie also regelmässigen Nachhilfeunterricht vereinbaren, sollten Sie Ihr Kind für 1-2 Probelektionen anmelden. Besteht die Schule diesen Praxistest, dann können Sie ihr Kind mit einem guten Gewissen dauerhaft zur Nachhilfe schicken.

 

6. Back-up statt Ausfall

Wie auch an der regulären Schule, passiert es gelegentlich, dass Lehrkräfte krank werden. Doch wichtig ist, dass die Nachhilfe nicht dauerhaft unterbrochen wird. Andernfalls ist nachhaltiges Lernen kaum möglich. Eine professionelle Schule hat für unerwartete Ausfälle stets eine Reserve. Achten Sie also auch auf die Grösse der Nachhilfeeinrichtung. Eine Schule mit 5 Lehrpersonen kann den Bedarf und unvorhersehbare Abwesenheiten kaum decken. Die Grösse der Schule ist also ein wichtiges Qualitätskriterium.

 

7. Kontinuität und Verlässlichkeit

Wie in jeder pädagogischen Einrichtung ist auch hier verlässliches Personal von grosser Bedeutung. Ständig wechselnde Lehrpersonen können zu Ihrem Kind kein Vertrauensverhältnis aufbauen. Doch ein gutes Verhältnis zur Lehrkraft ist wichtig, wenn Ihr Kind über Probleme in der Schule und Schwierigkeiten im Fach reden soll. Seien Sie gewarnt: Hohe Personalfluktuation spricht für eine mangelhafte Arbeitsatmosphäre. Verlässlichkeit muss auch im Hinblick auf die Unterrichtstermine bestehen. Wechselnde Unterrichtstage und -zeiten bringen keine Kontinuität und werfen auch Ihre Pläne durcheinander. Melden Sie Ihr Kind also nur an einer gut organisierten und wohl strukturierten Schule an.

 

8. Bewährte Qualitätssiegel

Doch wie gut sind die Nachhilfeinstitute wirklich? Es gibt mittlerweile zahlreiche Qualitätssiegel, die pädagogische Einrichtungen in ihrer Arbeit evaluieren und bewerten. Achten Sie auf die Zertifikate und informieren Sie sich über ihre Seriosität. Ein Qualitätsnachweis garantiert zwar keinen Erfolg, aber macht ihn um Einiges wahrscheinlicher.